Rhythmica – Silvia Liberto

Die Kraft des Trommelns * Dozentin auf dem KJP Lindau 2023

Es war ein ganz wunderbares Erlebnis mit Thearapeuten, Psychologen und Ärzten die Kraft der Trommel zu erfahren. Es ging darum vom ersten Tormmelschlag über Rhythmus, Stimme und der Trommel, den Klang in sich zu entfalten und den eigenen Rhytmus zu finden. Dabei werden nicht selten eigene ganz tiefe Themen berührt und dürfen gesehen und über Klang auch transformiert werden. Musik ist ein sehr guter Begleiter im therapeutischen Umfeld. Zudem fördert es die Selbstheilungskräfte und wirkt regulierend.

TERMINE: Workshops und Seminare

Workshop :Die Kraft von Stimme und Rhythmus in therapeutischen Prozessen nutzen

Die Wahrnehmung von Klang und Rhythmus unterstützt die Reorganisation der neuronalen Strukturen. Ebenso beruht die
Musikverarbeitung auf einem komplexen Zusammenspiel mehrerer Hirnareale. Gleichzeitig wirkt Musik in jeder Hinsicht
spannungsregulierend: sie kann aktivieren, stimulieren, die Aufmerksamkeit fokussieren, entspannen und beruhigen. Damit
werden nicht nur motorische, kognitive und sprachliche Fähigkeiten verbessert, sondern auch Ängste und depressive Symptome effektiv reduziert.

Klienten erfahren, wie sie durch die Anbindung an ihre musikalischen Wurzeln Kraft und Lebensfreude gewinnen. Sie werden in ein Netzwerk aus Spüren, Hören, Sprechen, Singen, Bewegen und innerem Visualisieren geführt, das besonders jenen, die den Kontakt zum Körper oder zu bestimmten Körper- oder Mentalfunktionen verloren haben, hilft, sich bewusst wahrzunehmen und spüren zu lernen. Denn „die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“ (Victor Hugo).

In diesem Seminar erhalten Sie eine Einführung in die Möglichkeiten, wie Musik als Kommunikationsmittel genutzt werden kann. Sie lernen, wie die Trommel und die Stimme eingesetzt werden können, und werden dabei Selbsterfahrungen machen, die Ihnen helfen, zu fühlen,
was Musik bewirken kann. Am Ende des Tages haben Sie eine kleine
Werkzeugkiste, die Sie nutzen können, um in Ihrem therapeutischen
Alltag die Musik als weiteres Kommunikationselement zu nutzen.

Termin

Samstag, 09.11.2024, 10-18 Uhr, Köln
Sonntag, 10.11.2024, 10-14 Uhr., Köln

Kosten:
290 Euro

Buchung: KIKT-Akademie Köln

Musik in therapeutischen Prozessen

In den vergangenen Jahren sind bedeutende Fortschritte sowohl in der Forschung als auch in der Anwendung von Musik in der thearpeutischen Prozessen erzielt worden. Es liegen zuverlässige Beweise dafür vor, dass Musik und Rhythmus eine reproduzierbare Wirkung ausüben und über wertvolle therapeutische Eigenschaften verfügen.

Musik hat nicht nur chemische Effekte auf unser Gehirn. Musikalische und strukturelle Reize sorgen dafür, dass sich die Nervenzellen in unserem Gehirn neu verschalten und sich die Hirnareale so besser miteinander vernetzen. Diese Neuroplastizität kann dafür sorgen, dass geschädigte Bereiche, zum Beispiel nach einem Unfall oder Schlaganfall, teilweise wieder ausgeglichen werden, weil sich Nervenzellen und Nervenbahnen durch die Neuroplastizität alternative Wege suchen können und sich neu verbinden. Musik wird zum Beispiel auch in der Schmerztherapie eingesetzt, da die ausgeschütteten Hormone dazu beitragen können, das Schmerzempfinden zu kontrollieren. Dadurch können Schmerzen erträglicher werden.

Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit körper- und klangorientierter Arbeit und bin davon überzeugt, mit meiner Rhythmus- und Klangarbeit wesentlich zur Genesung und Erhaltung der Gesundheit von Menschen beitragen zu können.

Ziel meiner Arbeit ist es, mit Klängen, Gesang und Rhythmus den Menschen emotional zu erreichen. Sei es Patienten, bei denen ein verbaler Dialog nicht oder schwierig möglich ist. Sei es, um Entspannung zu ermöglichen, positive Gefühle zu wecken und Schmerzen zu lindern oder scheinbar aussichtslosen Situationen wieder eine Perspektive zu geben. Die Arbeit mit Rhythmus ist multidimensional. Musik findet über Rhythmen und Töne den Zugang zu Ressourcen und eigenen Potentialen. Sie bricht Blockaden auf, lässt Menschen Affekte ausleben, schafft Platz für Problembewusstsein und gibt Schub für neue Kreativität.

Klienten erfahren, wie sie durch die Anbindung an ihre musikalischen Wurzeln Kraft und Lebensfreude gewinnen. Sie werden in ein Netzwerk aus Spüren, Hören, Sprechen, Singen, Bewegen und innerem Visualisieren geführt, das besonders jenen, die den Kontakt zum Körper oder zu bestimmten Körper- oder Mentalfunktionen verloren haben, hilft, sich bewusst wahrzunehmen und spüren zu lernen. Denn „die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Victor Hugo.

Es geht dabei nicht um das Erbringen einer zu bewertenden „guten Leistung“, etwa in Form eines „schönen“ Musikstücks oder eines präsentablen Liedes. Vielmehr stehen die Erfahrungen im Focus, die bei diesem musikalischen Prozess des Klienten mit sich selbst und dem Material gemacht wird. Welche Gedanken gehen dabei durch den Kopf? Was wird dabei erlebt und gefühlt? Was kommt im Innersten in Bewegung? Wo bilden sich in Ihrer Art des Musizierens Hinweise ab, die etwas über Ihre aktuelle, meistens schwierige Situation erzählen, die etwas mit ihr zu tun haben?

Mit anderen Worten: begleitetes, ganzheitliches Musizieren lädt zu einer Begegnung mit den eigenen Emotionen und Gefühlen ein; dazu, der Seele wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Daher sind auch keine „musikalischen“ Vorkenntnisse oder besondere Begabungen gefragt; umgekehrt werden Sie erleben, dass als Ergebnis Ihres kreativen Tuns immer wieder einfache, kraftvolle Arbeiten entstehen, die auch musikalisch beeindrucken und zu lebendigen Rhythmus- und Klangformen werden. So etwas macht Spaß und führt zu ganz positiven, heilsamen Rückwirkungen auf die Motivation und Grundstimmung. Potentiale werden erkannt und ein Perspektivwechsel wird möglich. Denn, „Man kann Probleme nicht mit dem gleichen Ansatz lösen, durch den sie entstanden sind.“ Albert Einstein

Der musikalische Prozess bildet in spielerischer Weise alltägliche Verhaltensweisen und Muster ab, die in der aktuellen Lebenssituation der Person nicht mehr dienlich (dysfunktional) sind und die von den musikalischen Einheiten vorbereitet werden um sie dann in einem therapeutischen Gespräch einfließen zu lassen. Über die Musik zum Wort.

In der Schmerzklinik in Ichenhausen habe ich selbst schon beeindruckende Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht. Eine Schlaganfallpatientin, deren linke Körperhälfte und das Hören sehr beeinträchtigt waren, konnte nach ca. einer halben Stunde mehrdimensionaler Rhythmus- und Stimmarbeit mit der beeinträchtigten Hand in erstaunlich exakter Weise im Rhythmus rasseln und singen. Zudem konnte sie plötzlich alles sehr gut hören und verfolgen. Ebenfalls hat sich das Gefühl von Aussichtslosigkeit und Mutlosigkeit dahingehend gewandelt, dass nun eine Perspektive und damit Freude und Mut, sichtbar wurden.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen aus meinen Erfahrungen mit Klienten aus dem privaten oder klinischen Bereich.

"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist."
-Victor Hugo-

Die Stimme

Es gibt kaum ein anderes Musikinstrument, das über so viele Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten verfügt und zugleich so direkt mit dem Körper, dem Geist und den Gefühlen verbunden ist wie die Stimme.

Schon seit Jahrhunderten besteht das Wissen in alten Kulturen, dass die Stimme ein mehrdimensionales Instrument ist. Sie ist in der Lage, die Menschen zu bereichern, indem sie das individuelle Wachstum, die eigene Kreativität, Lebensfreude und – kraft fördert und die Heilung psychischer und physischer Störungen unterstützt.

Die Kraft der Stimme wandelt und bewegt. Dabei spielen stimmliche Attribute wie „schön“ oder „normal“ keine Rolle. Dies kann durch nonverbales Singen und Tönen über Vokale oder durch Singen von Liedern und Mantren entstehen. Das schafft Verbindung zu sich selbst.

Gelingt es, durch die Arbeit mit der Stimme Veränderungen im Umgang mit dem Körper zuzulassen, wirkt sich dies oft auch auf der geistig-seelischen Ebene aus. Durch das Loslassen von Körperhaltungen, durch Veränderungen in der Körperwahrnehmung, durch die veränderte Beweglichkeit von Kehlkopf und Stimmbändern und die damit verbundene veränderte Schwingungsfähigkeit erweitern und verändern sich auch die Haltungen und Einstellungen im täglichen Leben.

 

“Ein wichtiges Element beim Einsatz von Musik ist,
das fühlen und sich öffnen wieder zu erwecken
und den Fokus neu auszurichten."

Heilsame Rhythmen und Trommeln

Trommeln ist so alt wie die Menschheit. Auch heute noch verwenden Naturvölker Trommeln und Rhythmen für Heilrituale.
Durch die synchronisierende und erdende Wirkung der Trommel wirkt sie heilend auf Körper, Geist und Seele.
Durch die Vibrationen und Schwingungen, die beim Trommeln entstehen, kommt jede Zelle und die Körperflüssigkeit in Bewegung. Durch Bewegung im Körper beginnt auch eine Bewegung im Geist. Sichtweisen verändern sich,  das Bewusstsein erweitert sich und führt zu einer rhythmischen Harmonisierung der gesamten Körperflüssigkeiten und einer Neuorientierung im Geist. Es lösen sich Energieblockaden und negative Denkmuster auf.

Auch die Freude an den Rhythmen- und Trommelklägen, alleine oder in einer Gruppe, lenkt vom ständigen Gedankenkarussel ab und schafft Verbindung zu sich und zu der Gruppe. Es entstehen Räume und Erfahrungen für neue Gefühle und Empfindungen, die dann als Potential und Wegbegleiter genutzt werden können.

Ziele der heilenden Wirkung von Musik:

 
  •  Aktivierung eigener Ressourcen
  • Tonregulation und Entspannung
  • Förderung von Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsleistungen
  • Förderung von Selbstwahrnehmung und Selbsterleben
  • Förderung der Neuroplastizität: Erneuerung der neuronalen Verschaltungen
  • Förderung von Kognition und Handlungsplanung
  • Erweiterung der sprachlichen und nichtsprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten
  • Verbesserung der Bewegungskoordination
  • Emotionale Entlastung und Stabilisierung
  • Stärkung der Resilienz
  • Stabilisierung der Psyche
  • Förderung von Selbstwertgefühl und Selbstakzeptanz
  • Unterstützung in der Krankheitsverarbeitung
  • Schmerzlinderung
  • Stärkung des Immunsystems
  • Beruhigung des Nervensystems
  • Beim Singen werden Beta-Endorphine ausgeschüttet
  • Körperrhythmen fangen an sich wieder zu synchronisieren und zu rekalibrieren (Beispielsweise Blutdruck, Puls, Atmung und peripherer Durchblutung)
Sowohl in der Schmerzklinik in Ichenhausen als auch im RKU in Ulm konnte ich mit Schmerzpatienten, Patienten in der neorologischen Geriatrie, der Strokeabteilung und im Querschnittsgelähmtenzentrum schon einige Erfahrungen  mit der heilsamen Wirkung von Musik sammeln und sehr positve Auswirkungen beobachten.